Die Umstellung


Viele Hunde kennen das rohe Fleisch nicht und sind deshalb skeptisch. Sie benötigen Zeit um das Rohfutter als Nahrung zu erkennen, denn der Geruch, das Aussehen sowie der Geschmack ist völlig anders als beim Fertigfutter, Hier ist einfach etwas Geduld gefragt.

Doch gibt es auch immer wieder etliche Fertigfutter-Mäkler, die schon eine ganze Reihe verschiedener Futtersorten durchprobiert haben und nun mit dem Rohfleisch endlich freudige Fresser werden.

 So wie es verschiedene Hunde gibt, so gibt es auch einige Möglichkeiten, auf die Rohfütterung umzustellen. Ein gesunder Hund sowie auch ein Welpe kann grundsätzlich von einem auf den anderen Tag auf Rohernährung umgestellt werden. Je jünger der Hund ist, desto leichter fällt der Wechsel. Von Vorteil kann es sein, wenn man den Hund vorher fasten lässt, damit der Hund das Futter besser annimmt. Auch hilft es, am Anfang das Fleisch als Hackfleisch anzubieten sprich gewolftes Fleisch zu verwenden.

Bei Hunden mit empfindlichen Magen und entsprechenden Verdauungs-problemen sollte behutsam umgestellt werden, denn in der Anfangszeit kann der Verdauungstrakt nach der Fütterung schlechter mir der nicht bekannten Nahrung zurechtkommen. Auch die Produktion der Magensäfte muss sich zuerst auf das neue Futter einstellen.

 Auch bei Hunden, die schon etwas älter sind oder dem neuen Futter misstrauisch gegenüberstehen, würde sicher eine schrittweise Umstellung Sinn machen. So kann man dem Hund hin und wieder etwas Rohes zum Fressen geben. Diese langsame Umstellung kann von 1 Woche, über mehrere Wochen bis zu Monaten dauern.

Viele Hundehalter praktizieren auch gerne die Mischform d.h. geben dem Hund eine Mahlzeit Fertigfutter und die zweite Mahlzeit des Tages dann roh, was sicher auch möglich ist.

Egal für welche Fütterungsform man sich entscheidet: Während der Umstellung sollten nur wenige Zutaten verwendet werden, d.h. eine Fleischart (z.B. Geflügel oder Rind), eine Gemüsesorte (z.B. Karotten) und eine Obstsorte (z.B. Apfel oder Banane) genügen für die ersten Tage vollkommen.

Zudem ist es sehr wichtig, dass rohes Fleisch nicht zusammen oder in kurzem Abstand mit Fertigfutter verabreicht wird, da die Verdauungszeiten sehr unterschiedlich sind. Dies kann zu Blähungen, Verstopfungen und zu einer unvollständigen Verdauung des Fleisches führen.

Bei Hunden, die sich erst an die Verdauung von Knochen gewöhnen müssen, sollte man zuerst sehr weiche Knochen füttern.

Wenn ein Hund zum Schlingen neigt, sollte man ihm am Anfang auch sehr kleine Knochenstücke (wie Poulethälse) oder dann aber so grosse Knochen geben, die er garantiert nicht ganz verschlucken kann. Hektisch schlingende Hunde sollten auch das Fleisch in kleinen Stücken bekommen, sodass nicht zu grosse Stücke geschluckt werden, die dann in der Speiseröhre fest hängen können.

Treten nach der Umstellung ungewöhnliche Symptome wie z.B. Durchfall, Blähungen, stark riechender oder schleimiger Kot, verstärkter Fellwechsel, Schuppen, starker Eigengeruch etc.  auf, heisst das nicht dass der Hund das neue Futter nicht verträgt. Über die Zeit hinweg sammeln sich diverse Gifte im Körper an, welche aus Medikamentengaben, Impfungen, Narkosemitteln, durch Umweltbelastungen usw. stammen können. Mit der Rohfütterung bekommt der Körper die Chance, diese Toxine auszuscheiden, was sich in diversen Symptomen manifestieren kann. Der Hund kann nach einigen Tagen zu entgiften beginnen, aber auch erst viel später. Auch die Dauer ist abhängig vom Stoffwechsel des Hundes und wie schwer der Organismus mit Toxinen belastet ist. Bei einigen Hunden findet die Entgiftung jedoch unbemerkt statt und bei anderen überhaupt nicht. Ist man sich jedoch nicht sicher, ob es sich bei den Symptomen um eine Entgiftung handelt, ist es sinnvoll einen Tierarzt/Tierheilpraktiker oder auf die Ernährung von Hunden spezialisierte Fachperson zu kontaktieren. Denn allergische Reaktionen äussern sich oft über die selben Symptome. Auch um die Entgiftung mit geeigneten Mitteln sinnvoll zu unterstützen, ist eine solche Konsultation von Nutzen.